CDU-VEREINIGUNG
SENIOREN-UNION STUTTGART
 
CDU SENIOREN-UNION STUTTGART

Dissens zwischen Kirche und Staat

Prof. Dr. Dorit Loos und Johannes Bräuchle

In unserer demokratischen Gesellschaft besteht durchaus ein Grundkonsens hinsichtlich menschlicher Freiheiten, toleranten Verhaltens oder Akzeptanz und Respekt vor anders gläubigen Menschen und deren Institutionen. Doch führen staatliche Maßnahmen und parlamentarische Entscheidungen immer wieder zu Kritik durch die christlichen Kirchen. In seinem Vortrag "Gesetzesentscheidungen im Dissens zu kirchlichen Positionen - eine Herausforderung" behandelte Pfarrer Johannes Bräuchle, Stadtrat a.D., dabei auf dem Hintergrund der biblischen 10 Gebote die Themen: Abtreibungsrecht, Eherecht, Meinungsfreiheit - Sterbehilfe – Schutz der Sonn- und Feiertage. Dabei ging Bräuchle sehr konkret auf die jeweilige Problematik der Themen ein. So ist gesetzlich die passive Sterbehilfe erlaubt, da die eigentliche Todesursache in der Krankheit des Sterbenden gesehen wird. Der Ethikrat der Bundesregierung plädiert dafür, die Sterbehilfe in „Sterbenlassen“ umzunennen. Die kirchliche Position ist speziellerer Art. Aufsehen erregte kürzlich die Ehe eines 50jährigen Moslems mit einem 15jähigen Mädchen im Rahmen einer großen Feier. Solche Vorgänge stossen auf Widerspruch und Unverständnis, da das muslimische Eheverständnis unserem deutschen Eherecht als auch dem christlichen Eheverständnis an unterschiedlichen Bestimmungen entgegensteht; dies gilt auch für die Ermöglichung der Vielehe bei Muslimen. Das am 1.10.2017 verabschiedete Partnerschaftsgesetz mit der sog. "Ehe für Alle" sorgt für kirchliches Ärgernis und führte zum Dissens. Einiges ist zwar generell nach gesetzlichen Bestimmungen verboten, aber Verstöße werden nicht geahndet. Bräuchle zeigte auf, Parlamente könnten sich nur bedingt ethisch positionieren, während die Kirchen in ihren Trauordnungen z.B. ihre Vorstellung von Ehe festlegen. Ethische Überzeugungskraft sollte dazu führen, christliche Positionen und gesetzliche Entscheidungen nicht weiter auseinander fallen zu lassen. Ähnliche Dissens-Probleme sah Bräuchle auch im umstrittenen Abtreibungsrecht oder beim Sonn- und Feiertagsschutz. Auch in der Rechtsprechung erkennt der Pfarrer und Altstadtrat mangelnden Respekt vor der Unterschiedlichkeit der in unserem Land vertretenen Religionen, wenn z.B. Verspottungen oder Verunglimpfungen biblischer oder anderer religiöser Überzeugungen der Meinungsfreiheit untergeordnet werden.

Frau Prof. Dr. Dorit Loos bedankte sich bei Johannes Bräuchle recht herzlich für diesen vielschichtigen Vortrag.

Gerhard Bötcher mit Hinweisen von J. Bräuchle

 

 

 

Keine Klima-Hysterie

Im Mai hörten wir den Vortrag von Dr. Eberhard Pflüger über den Klimawandel im Laufe der Erdgeschichte. Dr. Pflüger steht der herrschenden Meinung von der Klimakatastrophe sehr skeptisch gegenüber. Er zeigte uns anhand von Temperaturverläufen auf der Erde von ca. 500 Millionen Jahren vor Christus bis in die heutige Zeit, dass es immer schon zum Teil gewaltige Temperaturschwankungen gab, ganz ohne Zutun des Menschen. Der Klimawechsel ergebe sich durch das Zusammenspiel der Sonne, der Planeten und der Erde und sei noch nicht verlässlich geklärt. Menschengemachtes CO² sei allenfalls minimal an der Temperatur-Erhöhung beteiligt.

Für die letzten 3000 Jahre gibt es viele gesicherte Daten. Hier hat sich das Klima ebenfalls laufend geändert. Interessant ist die Wirkung für den Menschen: Immer zu Zeiten erhöhter Temperatur ging es der Menschheit gut, Beispiel in der Blütezeit der Griechen, der Römer und des frühen Mittelalters. Immer zu Zeiten tieferer Temperaturen gab es Probleme, die Völkerwanderungen der Kelten, der Goten und Hungersnöte im späteren Mittelalter.

Heute sind wir vermutlich auf einem Höhepunkt der Temperaturkurve. Ein erstes Anzeichen könnte sein, dass sich die „Welttemperatur“ nach Aussagen des IPCC (Klimarats) seit 1998 nicht mehr erhöht hat.

Prof. Dr. Dorit Loos

 

Glaube und Wissenschaft

Es war keine leichte Kost, doch Professor Dr. Uwe Schumacher behandelte das Thema "Glaube und Wissenschaft" so verständlich und vielseitig, dass die Senioren gut folgen konnten. Vom ägyptischen Pharao Echnaton, der den Sonnengott Re anbetete, über das Weltsystem des Kopernikus bis hin zum astronomischen schwarzen Loch umspannte der Referent seine Ausführungen. Generell sucht die Wissenschaft nach Fakten, der Glaube ist aber nicht beweisbar. Und doch stoßen Wissenschaftler immer wieder auf die letzten Fragen. Bahnbrechende Erkenntnisse schufen Galileo Galilei, Isaak Newton, Gottfried Leibniz, Albert Einstein oder Werner Heisenberg. In ihren Forschungsergebnissen stießen Sie jedoch an Grenzen und wurden mit der Gottesfrage konfrontiert. Mit viel Beifall bedankten sich die Teilnehmer bei Professor Dr. Uwe Schumacher.

Im Rahmen der Veranstaltung fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Bei dieser wählten die Mitglieder Hans Peter Maier für den verstorbenen Dr. Diether Walz zum stellvertretenden Vorsitzenden. Als Beiräte wurden Dr. Wolfgang Henning, Werner Schmückle und Theresa Wieland in den Vorstand gewählt.

Gerhard Bötcher

 

Geldausgeben mit Bedacht

Mit einem launigen Vortrag "Warum man beim Geld nicht immer rational" ist, erinnerte Thomas Rohr vom Beratungsdienst der Sparkassenfinanzgruppe daran, dass das Gefühl beim Einkauf oft sehr wesentlich ist. Beim Einkauf ein Schnäppchen zu bekommen, ist sicherlich ein schönes Gefühl. Doch ist der Käufer unter Umständen auf einen Trick hereingefallen oder steht der Preis nicht im richtigen Verhältnis zur Ware. Gefühlsentscheidungen treffen statt sich von klaren Überlegungen bestimmen zu lassen, sind hinterher oft ärgerlich. Der Referent sprach von "Nudging" = sich schubsen lassen. Er meinte damit, sich eine Strategie zuzulegen, die die Gefühlsentscheidung nicht ablehnt, doch das Denken nicht außer Acht lässt. Mit herzlichen Worten und viel Beifall bedankte sich Frau Prof. Dr. Loos bei Thomas Rohr für den munteren Vortrag.

Nach Beendigung der Veranstaltung interviewte ein Journalist vom RTL-Fernsehen verschiedene Senioren/innen. Dabei ging es um die Frage, wie die Entscheidung von Frau Merkel zu beurteilen sei, Frau Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als neue CDU-Generalsekretärin zu ernennen.

Gerhard Bötcher

 

Die starke "Frau Käthe"

Bischof Gerhard Fürst zeichnete Therese Wieland aus

frauen in den Bundestag, in die Landtage und in den Aufsichtsräten großer Firmen fordert Politik und Gesellschaft. Starke Frauen, die sich als Ministerin, als Managerin oder als Professorin auszeichnen sind qualifizierte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. "Frau Käthe", sie lebte vor etwa 500 Jahren, war so eine starke Frau. Über sie berichtete die frühere leitende Mitarbeiterin bei der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ordinariatsrätin Frau Therese Wieland: Flucht aus dem Kloster, sie stellte selber ihren Heiratsantrag, hatte sechs Kinder und behauptete sich erfolgreich in der damaligen Männergesellschaft. Es ist Katharina von Bora, die Frau an Luthers Seite. Nach heutigen Vorstellungen war sie die Leiterin eines mittelständigen Betriebes und versorgte Kinder, Gäste, Dienstboten, einen landwirtschaftlichen Betrieb und ein Brauhaus. Sie gilt als die berühmteste Pfarrfrau der Welt. Luther bezeichnete sie als "mein Herr Käthe". Leid und Not blieben ihr jedoch nicht erspart. Luthers Testament zu ihren Gunsten wurde nicht anerkannt. Auch für die eigenen Kinder wurde ein fremder Vormund bestellt. Sie floh aus Wittenberg vor dem Schmalkaldischen Krieg im Jahre 1546 und nach Rückkehr nochmals vor der ausgebrochenen Pest 1552 nach Torgau. Noch im gleichen Jahr verstarb sie und wurde mit einem großen Begräbnis in der Torgauer Stadtkirche geehrt. Als Frau an Luthers Seite mit kämpferischem Durchsetzungsvermögen war sie wahrlich eine starke Frau und auch ein Vorbild für die heutige Zeit.

 

Frau Therese Wieland wurde im Namen von Papst Franziskus von Bischof Gebhard Fürst als "Dame des Silvesterordens" ausgezeichnet. Sie war die bundesweit erste Frau im Leitungsgremium einer Diözese und leitete das Referat Erwachsenenpastoral und Erwachsenenbildung. Sie ist Ehrenvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Stuttgart und auch Mitglied der Senioren-Union Stuttgart.

Foto Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Gerhard Bötcher

 

 

Professor Dr. Ralf Lohmann zu geriatrischerDemenz

Prof. Dr. Dorit Loss und Prof. Dr. Ralf Lohmann

Im Ronald Reagen, Margaret Thatscher, Herbert Wehner und viele weitere Persönlichkeiten litten unter der Demenz.

Fernsehen und in der Presse wird auf den bekannten Fußballmanager Rudolph Assauer hingewiesen, der auch von Demenz betroffen ist. In Deutschland wird die aktuelle Anzahl der Demenzkranken auf ca. 1,2 Millionen geschätzt. Diese Zahl soll sich bis zum Jahr 2030 mindestens verdoppeln. Professor Dr. Ralf Lohmann, Leiter des geriatrischen Zentrums Stuttgart GZS beschrieb diese Krankheit und wies auf die möglichen Maßnahmen dagegen hin. Die Geriatrie ist nicht Krankheits - sondern Kranken orientiert und untersucht die körperlichen Funktionen des Patienten unter Einbezug von Angehörigen, Ärzten und ambulanten Diensten. Bei geriatrischen Patienten treten erhöhte Komplikationsraten sowie kognitive Einschränkungen wie Delirium und Demenz auf. Demenz ist keine eigenständige Krankheit sondern vielmehr ein Syndrom: Störung vieler höherer kortikaler Funktionen einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache oder eingeschränktes Urteilsvermögen . Die Alzheimerdemenz tritt neben der vaskulären und parkinsonschen Demenz am häufigsten auf. Ziel der Therapie ist der Erhalt möglichst vieler Körperfunktionen . Nichtmedikamentöse Prävention, wie richtige Ernährung für Körper und Gehirn, in Bewegung bleiben und soziale Aktivitäten pflegen, sind dabei besonders wichtig. Professor Dr. Ralf Lohmann sensibilisierte eine Krankheit, von der wir vielleicht selber einmal betroffen sind. Frau Professor Dr. Dorit Loos bedankte sich ganz herzlich für den informativen Vortrag.

Gerhard Bötcher

 

Ausflug in die "Welt der Kristalle"

Der CDU-Seniorenausflug mit 28 Teilnehmern ging diesmal nach Rottweil, der ältesten Stadt Baden-Württembergs. Im nahe gelegenen Dietingen bewunderten wir im Kristallmuseum die weltweit wohl größte und schönste Amethystdruse - 4,08 m hoch, 100 Millionenjahre alt -, Riesenkristalle, 220 Millionen Jahre alte versteinerte Baumstämme, und weitere einzigartige Versteinerungen wie Saurierskelette. Ganz nach dem Museums-Motto "Naturwunder entdecken, Vergangenheit erforschen" wurden uns die Augen geöffnet für die Schätze der kristallinen Welt. Die Stadtführung in Rottweil zeigte uns wieder einmal, welch schöne Städte Württemberg doch hat.

Gerhard Böcher

Bild: Edelgard Grieger

 

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